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Yoga

"Samatvam Yoga Uchate"

"Yoga sorgt für geistige Ausgeglichenheit und Gelassenheit in allen Situationen des Lebens"  
 
                                                                                                                                                              Bhagavad Gita

Für mich beginnt Yoga dort, wo wir aufhören, gegen uns zu arbeiten.

Dein Körper ist kein Problem, das gelöst werden muss.
Er ist ein Wegweiser.
Dein Atem ist kein Werkzeug, das perfekt funktionieren muss.
Er ist eine Verbindung zu dir selbst.


Yoga bedeutet für mich deshalb nicht, eine Haltung möglichst perfekt auszuführen. Es bedeutet, wahrzunehmen:
 

Was brauche ich gerade wirklich?




Achtung – hier beginnt das kleine Yoga-Lexikon

Yoga ist weit mehr als Bewegung.

Seit Jahrtausenden ist Yoga Teil der indischen Kultur und ein Weg, der den Menschen immer wieder an etwas Wesentliches erinnert:

Die Kraft, die Ruhe und der Frieden, nach denen wir oft im Außen suchen, sind bereits in uns angelegt.

Das Wort Yoga stammt von der Sanskritwurzel „Yuj“ und bedeutet verbinden, vereinigen oder anjochen.

Und genau darum geht es:

Körper, Atem und Geist wieder miteinander zu verbinden.

Nicht gegen den Geist zu kämpfen, sondern ihn so auszurichten, dass er uns nicht ständig antreibt, ablenkt oder aus unserer Mitte zieht.

Yoga lädt uns ein, wieder wahrzunehmen.

Den Körper.
Den Atem.
Den gegenwärtigen Moment.
Und das, was unter all dem Denken schon immer da ist.

Für mich ist Yoga deshalb auch ein Weg des Erinnerns.

Ein Erinnern daran, dass wir nicht ständig etwas werden müssen.

Dass wir nicht erst vollkommen sein müssen, um ganz zu sein.

Yoga führt uns immer wieder zurück in das Hier und Jetzt – dorthin, wo wir wach, präsent, achtsam und verbunden sein können.

Vielleicht ist genau das die tiefste Bedeutung von Yoga:

Nicht etwas Neues zu erschaffen, sondern wieder in Verbindung zu kommen mit dem, was in uns längst lebendig ist.

Yoga ist ein bewährtes ganzheitliches Gesundheitssystem, das eine innerliche und äußerliche Balance, Gelassenheit und körperliche Fitness ebnet.

Yoga ist daher mehr als nur Sport und besteht nicht nur aus körperlichen Übungen.

Yoga ist eine Lebensphilosophie, die unser gesamtes Leben berührt!


Unterschiedliche Studien belegen inzwischen die Wirksamkeit von Yoga:



Lass dich von Deutschlands führender  Yoga-und-Krebs-Expertin begleiten!


Welche Yogaarten gibt es eigentlich?

Yoga ist heute in sehr vielen unterschiedlichen Formen bekannt. Manche sind körperlich fordernd, andere meditativ, ruhig oder stark philosophisch ausgerichtet.

Um einen besseren Überblick zu geben, stelle ich hier einige traditionelle Yogawege vor, aus denen sich viele heutige Yogastile entwickelt haben.

In meiner Yoga-Ausbildung bei Dr. Mishra habe ich mich intensiv mit dem Ashtanga Yoga nach Patanjali beschäftigt, der auch als Raja Yoga – der königliche Yogaweg – bezeichnet wird.

Dieser Yogaweg besteht aus acht aufeinander aufbauenden Stufen.

Die ersten Stufen richten den Blick zunächst auf unser Verhalten, unseren Körper, unseren Atem und unsere Wahrnehmung. Darauf bauen die weiteren inneren Stufen auf, die sich mit Konzentration, Meditation und innerer Versenkung beschäftigen.

Für mich zeigt dieser achtgliedrige Weg sehr schön, dass Yoga weit mehr ist als die körperliche Übung auf der Matte.

Yoga ist ein Weg, der den ganzen Menschen einbezieht – Körper, Atem, Geist und Bewusstsein.







 Yoga Praktiken

Die 8 Stufen des Raja/Asthanga Yoga

1. Yamas das Verhältnis zur Umwelt, Selbstkontrolle und Ethik 

2.  Niyamas das Verhältnis zu sich selbst, persönliche Überwachung. Die Weise wie wir mit uns selbst umgehen ist ausschlaggebend für unsere Entwicklung.

3. Asana die Körperhaltung. Vorraussetzung für das tiefe nach Innen Gehen ist die stabile und bequeme Haltung.

4. Pranayama die Energiekontrolle über Atemtechniken. Über den Atem hat man Zugang zur Lebensenergie und kann beides beruhigen.

5. Pratyahara das Zurückziehen der Sinne. Die Aufmerksamkeit geht ganz nach innen und die Sinneswahrnehmungen gehen mit.

6. Dharana die Konzentration auf den Punkt. Schrittweise lernen wir, den Geist auf einen Punkt auszurichten.

7. Dhyana / Meditation Die Versenkung in den Fluss der Aufmerksamkeit im Hier und Jetzt.

8. Samadhi / Erleuchtung Die Überwindung des Alltagsbewusstseins hinein in eine neue Dimension des Seins.


Asthanga Yoga wird häufig mit Ashtanga Vinyasa Yoga verwechselt. 

Vinyasa bedeutet Bewegungsabfolge und bezeichnet dabei die Verbindung von 2 verschiedenen Asanas (Körperhaltungen). 

Den Übergang von einer Asana zur nächsten, ausgeführt mit einem Atemzug, ist charakteristisch für Vinyasa. Es ist eine sehr dynamische Abfolge von Asana, wovon sich moderne Yoga Stile wie Power Yoga und Vinjasa Yoga entwickelt haben. 


Hatha Yoga

Wörtlich übersetzt "Yoga der Kraft". Grundlagentexte des Hatha Yoga sind vermutlich im 17 Jahrhundert verfasst worden, geschrieben von Gheranda Samhita.


Ha ist der Sonnenatem und Tha der Mondatem. Die Vereinigung von Ha und Tha führen zur Erweckung der Sonnenenergie, der verborgenen Schlangenkraft der Kundalini. Es werden dabei bestimmte Zentren in der Wirbelsäule erweckt und wenn diese Zentren erwacht sind, verändert sich die gesamte Gemütslage, der Geist kann sich erweitern und Veränderungen sind möglich. 

Besteht aus:


  • Asana 

Körperhaltungen


  • Pranayama

Kontrolle der Lebensenergie Prana durch Atemtechniken


  • Mudra & Bandha

Mudras sind bestimmte Hand- und Körperhaltungen um Energie zu lenken und zu speichern.

Bandha  Energiesperren - Energie wird gehalten, um diese dann loszulassen. Dadurch können Blockaden gelöst werden.


  • Shatkarma                 7 Reinigungsübungen

1. Trataka -Reinigung der Augen. 

2. Neti – Reinigung der Nase.

3. Kapalabhati – Reinigung der Lungen. 

4. Dhauti – Reinigung des Magens. 

6. Nauli – Reinigung des Dünndarms. 

7. Basti – Reinigung des Enddarms


  • Samadhi -  Vollständige Ruhe des Geistes,Erleuchtung, tiefe Meditation

Karma Yoga

Bezeichnet Yoga der "Tat" oder "Yoga des selbstlosen Dienens". Etwas von Herzen, mit Liebe und Freude machen, ohne sich in den Mittelpunkt zu stellen.


Jnana Yoga

Das Studium des Wissens, gelassen zu leben.

Das Wissen ums Göttliche, sowie um die materielle Welt. 

Die Welt des Wissens ist sehr umfangreich und umfasst sehr viele Bereiche.


Bhakti Yoga

„Alle Yoga Wege führen in die Garderobe, nur Bhakti Yoga führt in den Saal!“

   

„Swami Chidananda“  

Innige Liebe zu Gott, Selbstverwirklichung, Hingabe


 Es gibt 9 Schritte


1. Sravana: Hören von Gott, Geschichten erzählen

2. Kirtana:Singen von Gottes Herrlichkeit

3. Smarana: ständiges Erinnern an Gott

4. Padasevana: Dienst zu Seinen Füßen: Altar-/Tempeldienst

5. Archana: Gottesdienst

6. Vandana: Sich verneigen, Gebet

7. Dasya: Dienergefühl

8. Sakhya: Gott als Freund, Freundschaftsgefühl

9. Atmanivedana: völlige Hingabe, Selbstaufgabe


Kundalini Yoga

Es gibt Schriften aus dem frühen Mittelalter, ca. 8tes Jahrhundert nach Christus, wo über Kundalini berichtet worden ist, über die verborgene Schlangenkraft der Kundalini.

Es werden dabei bestimmte Zentren in der Wirbelsäule erweckt; wenn diese Zentren erwacht sind, verändert sich die gesamte Gemütslage, der Geist kann sich erweitern und Veränderungen sind möglich.

Die Kundalinienergie lässt sich grundsätzlich durch jede Art von spiritueller Erfahrung und Praxis erwecken.


Mantra Yoga

Gesang, Gebetsformel

 

Der Klang ist eine Energieform aus Schwingungen oder Wellenlängen, die heilende Kräfte haben.

Wichtig ist, dass die Sanskritsilben des Mantras immer im gleichen Rhythmus und in korrekter Aussprache wiederholt werden. Mantra werden  wiederholt; es werden bestimmte Schwingungen erzeugt, diese haben starke energetische Wirkungen, sie wirken auf die feinstofflichen Ebenen des Menschen. Seit Jahrtausenden weiß man von ihrer Kraft. Sie wirkt wie eine Zauberformel, wird daher benutzt, um sich mit dem Göttlichen zu verbinden und den Geist zu fokussieren.



Yoga ist immer persönlich

Die klassischen Yogawege haben ihre Wurzeln in sehr alten indischen Überlieferungen. Vieles wurde zunächst mündlich weitergegeben und später in unterschiedlichen philosophischen und religiösen Schriften festgehalten.

In Deutschland begegnen uns heute vor allem körperorientierte Formen des Yoga, die vielfach aus der Tradition des Hatha Yoga hervorgegangen sind.

Daraus haben sich im Laufe der Zeit unzählige Stilrichtungen, Methoden und Herangehensweisen entwickelt.

In alten yogischen Überlieferungen ist sogar von Millionen möglicher Asanas – also Körperhaltungen – die Rede. Diese Zahl ist eher symbolisch zu verstehen und zeigt vor allem eines:

Yoga ist unglaublich vielfältig.

Und genau deshalb gibt es nicht die eine Methode, die für jeden Menschen gleichermaßen richtig ist.

Yoga ist eine persönliche Praxis.

Sie kann angeleitet werden, aber letztlich entwickelt jeder Mensch seinen eigenen Weg.

Beim Yoga geht es nicht darum, dort zu stehen, wo andere dich sehen möchten.

Es geht darum, wahrzunehmen, wo du selbst gerade stehst.

Ohne Konkurrenz.

Ohne Vergleich.

Ohne den Anspruch, etwas beweisen zu müssen.

Denn der Körper spricht.

Er zeigt uns sehr deutlich, wann etwas zu viel ist, wann wir festhalten, wann wir Kraft brauchen und wann Ruhe.

Wenn wir beginnen, wieder aufmerksam zuzuhören, können diese Signale zu Wegweisern werden.

So entsteht nach und nach eine tiefere Verbindung zu uns selbst und zu unserer Umwelt.

In jeder Asanapraxis wirken Körper, Atem, Gedanken und Gefühle zusammen.

Eine Körperhaltung kann deshalb weit mehr auslösen als nur eine körperliche Reaktion.

Sie kann uns Spannungen bewusst machen.

Sie kann Emotionen berühren.

Sie kann uns zeigen, wo wir festhalten oder ausweichen.

Und sie kann uns dabei unterstützen, wieder mehr in Kontakt mit uns selbst zu kommen.

Auch Meditation ist ein wichtiger Bestandteil des Yoga.

Sie bedeutet nicht, dass der Geist plötzlich keine Gedanken mehr haben darf.

Vielmehr lernen wir, unsere Gedanken bewusster wahrzunehmen, ohne ihnen ständig folgen zu müssen.

Mit der Zeit kann daraus mehr Ruhe entstehen.

Mehr Klarheit.

Mehr Gelassenheit.

Und eine stärkere innere Haltung.

Egal, für welchen Yogaweg oder welche Yogapraxis du dich entscheidest:

Yoga darf sich deinem Leben anpassen – und nicht dein Leben dem Yoga.

Unsere Praxis darf unsere Werte, unsere Bedürfnisse, unsere Möglichkeiten und unsere momentanen Lebensumstände widerspiegeln.

Und sie darf sich verändern.

Denn auch wir verändern uns.

Vielleicht liegt genau darin eine der schönsten Qualitäten von Yoga:

Wir müssen nicht irgendwo ankommen.
Wir dürfen immer wieder neu bei uns selbst beginnen.